Drohnenumfrage 2017

Die Sicherheitsstandards in der unbemannten Luftfahrt müssen weiter erhöht werden. Nur wenn Drohnen ohne Gefährdung für den gesamten Luftverkehr in den Luftraum integriert werden, wird sich das große Potenzial der zivilen Nutzung von Drohnen ausschöpfen lassen.Matthias von Randow, Geschäftsführer des Verbands Unbemannte Luftfahrt

Chancen und Risiken

Der Markt für unbemannte Fluggeräte wächst rasant. Die Deutsche Flugsicherung geht davon aus, dass ab 2018 rund 1 Million Drohnen am Himmel über Deutschland fliegen. Welche Chancen diese neuen Technologien bergen, welche Risiken damit verbunden werden und was die Bürgerinnen und Bürger grundsätzlich von unbemannten Fluggeräten halten, dazu hat das Meinungsforschungsinstitut YouGov im Auftrag des Verbands Unbemannte Luftfahrt (VUL) eine repräsentative Umfrage durchgeführt.


Je größer die Nähe zum Alltag, desto größer die Skepsis

Eines der zentralen Ergebnisse der Umfrage lautet: Die Menschen in Deutschland sehen großes Potenzial in der Nutzung von Drohnen im zivilen Bereich. Bei Hilfseinsätze im Katastrophenfall (89%), bei der Inspektion technischer Anlagen (80%) und in der Landwirtschaft (63%), aber auch bei der Zustellung von Paketen in unzugänglichen Gebieten ist die Zustimmung der Bevölkerung für eine Drohnennutzung besonders hoch. Eine hohe Unterstützung liegt auch für den polizeilichen Einsatz von Drohnen zur Beobachtung der Sicherheit im öffentlichen Raum vor (59%). Überraschend: Lediglich 28 Prozent der Bürger befürworten die Nutzung von Drohnen als Spielzeug.

Einschätzung von Risiken der Drohnennutzung

Neben den Chancen, die die Zukunftstechnologie Drohne bietet, sehen die Bürger durchaus auch Risiken. Die größte Gefährdung wird in der Störung der Privatsphäre (84 %) gesehen. 78 Prozent fürchten den Missbrauchs für kriminelle Taten wie etwa Schmuggel, und 75 Prozent halten den Einsatz von unbemannten Flugsystemen für terroristische Anschläge für möglich. Ein Großteil der Befragten (74%) sieht in unbemannten Fluggeräten auch ein Gefährdungspotenzial für den Luftverkehr.



Starke Zustimmung zu verstärkten Schutzmaßnahmen

Die Bürger wünschen sich dabei klare Regeln für die Drohnennutzung. Die Mehrzahl der Deutschen ist für verpflichtende Informationen durch Verkäufer (90 %) und für eine eindeutige Kennzeichnung und Registrierung der Drohnen und ihrer Nutzer (88 %). Eine Versicherungspflicht erachten 86 Prozent der Befragten als sinnvoll.

Fazit

Vor diesem Hintergrund sehen die Geschäftsführer des Verbands Unbemannte Luftfahrt, Matthias von Randow und Volker Thum, Handlungsbedarf auf Seiten des Gesetzgebers.
Matthias von Randow: „Die deutsche Drohnenverordnung vom März dieses Jahres war ein erster wichtiger Schritt. Doch die Sicherheitsstandards in der unbemannten Luftfahrt müssen weiter erhöht werden. Wichtig ist, dass man im Gefährdungsfall nachverfolgen kann, wer die Drohne gesteuert hat. Deswegen brauchen wir dringend eine gesetzliche Registrierungspflicht. Gut wäre auch ein verpflichtender ‚Beipackzettel‘, der über geltende Regelungen und mögliche Risiken eines Drohnenbetriebs aufklärt. Nur wenn Drohnen ohne Gefährdung für den gesamten Luftverkehr in den Luftraum integriert werden, wird sich das große Potenzial der zivilen Nutzung von Drohnen ausschöpfen lassen.“
Volker Thum führt aus: „Unsere gesamte Industrie steht für ‚safety first‘, und dies gilt selbstverständlich auch für die unbemannte Luftfahrt. Für die deutschen Hersteller von kommerziell genutzten Drohnen sind klare eindeutige Verhaltensregeln im Luftraum und die Einhaltung von Sicherheitsstandards unabdingbar. Diese Transparenz brauchen wir auch, um die Akzeptanz und das Vertrauen der Verbraucher in diese neue Technologie weiter auszubauen und damit das enorme Potenzial dieser Zukunftstechnologie des 21. Jahrhunderts vollumfänglich zu nutzen.“
In einem zweiten Themenkomplex hat YouGov nach der Akzeptanz autonomer Mobilität gefragt. Bei der Bahn befürworten 36 Prozent der Befragten die Fortschritte in diesem Bereich. Im Bereich der Luftfahrt ist die Skepsis größer: Nur 15 Prozent sprechen sich für autonomes Fliegen ohne Piloten im Cockpit aus; immerhin 26 Prozent können sich autonom gesteuerte Frachtflugzeuge vorstellen.

Die vollständigen Umfrageergebnissen sowie Detailanalysen mit den Unterschieden in der Bewertung der verschiedenen Altersgruppen sowie zwischen Männern und Frauen finden Sie hier zum Download.

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