Akzeptanzumfrage

“Wir brauchen dringend eine sichere Integration von Drohnen in den Luftraum. Die gesetzliche Registrierungspflicht für Drohnen und ihre Eigentümer muss endlich kommen, damit im Schadensfall die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden können. Und wir brauchen eine Technik, die unbemannte Fluggeräte im Luftraum erkennbar macht, damit wir ihnen im Ernstfall schnell und wirkungsvoll begegnen können.”Matthias von Randow, Geschäftsführer des Verbands Unbemannte Luftfahrt

Chancen und Risiken

Jeder zehnte Bürger in Deutschland hat schon einmal selbst eine Drohne gesteuert, jeder Vierte würde sich bereits heute in ein Flugtaxi setzen. Zugleich haben drei Viertel der Menschen in Deutschland Sorge, dass Drohnen missbräuchlich eingesetzt werden könnten. Dies sind einige Kernaussagen einer repräsentativen Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut YouGov im Auftrag des Verbands Unbemannte Luftfahrt (VUL) durchgeführt hat.


Je größer die Nähe zum Alltag, desto größer die Skepsis

Eines der zentralen Ergebnisse der Umfrage lautet: Die Menschen in Deutschland sehen großes Potenzial in der Nutzung von Drohnen im zivilen Bereich. Bei Hilfseinsätze im Katastrophenfall (87%), bei der Inspektion technischer Anlagen (80%) und in der Landwirtschaft (68%) ist die Zustimmung der Bevölkerung für eine Drohnennutzung besonders hoch. Eine hohe Unterstützung liegt auch für den polizeilichen Einsatz von Drohnen zur Beobachtung der Sicherheit im öffentlichen Raum vor (60%). Eine Pizzalieferung per Drohne lehnen hingegen 61 Prozent der Befragten ab. 64 Prozent sind gegen Drohnen, die nur als Spielzeug genutzt werden.

Einschätzung von Risiken der Drohnennutzung

Obwohl Unbemannte Luftfahrtsysteme immer mehr Lebensbereiche erobern, sehen die Menschen Risiken. 83 Prozent der Bürger halten die Störung ihrer Privatsphäre für wahrscheinlich, drei Viertel fürchten terroristische Anschläge oder Unfälle durch Kollisionen und Abstürze. Ein Großteil der Befragten (72%) sieht in unbemannten Fluggeräten auch ein Gefährdungspotenzial für den Luftverkehr. Und schon jetzt rechnet die Hälfte der Befragten mit einem Lärmproblem durch Drohnen.



Ruf nach Regulierung

Die Bürger wünschen sich klare Regeln für die Drohnennutzung.
Neun von zehn Befragten fordern, dass Drohnennutzer schon beim Kauf über ihre Pflichten aufgeklärt werden sollten. Fast ebenso viele sprechen sich für die Registrierungspflicht für Gerät und Nutzer (87 %) aus.
86 Prozent befürworten die Versicherungspflicht für Drohnennutzer.

Akzeptanz von Flugtaxis

YouGov hat auch ein konkretes Anwendungsbeispiel unter die Lupe genommen, das schon bald die urbanen Verkehrssysteme revolutionieren könnte: Passagierdrohnen, sogenannte Flugtaxis. Die Umfrage zeigt: Am besten können sich die Menschen den Einsatz von Flugtaxis für die Verbindung zwischen zwei Städten (36 %) oder zwischen Innenstadt und Flughafen (35 %) vorstellen. Immerhin 29 Prozent befürworten einen Flugtaxi-Einsatz auch im innerstädtischen Verkehr.
Überraschend: Beim Verkehr außerhalb der Stadt würde schon heute jeder vierte Bürger selbst in ein Flugtaxi einsteigen.


Fazit

Eine grundsätzliche Aufgeschlossenheit gegenüber den neuen Technologien ist in der Bevölkerung also vorhanden – jedenfalls für Einsätze, denen man Sinnhaftigkeit und Mehrwert nicht absprechen kann. Diese Anwendungen müssen weiter entwickelt und ausgebaut werden. Das wird aber nur gelingen, wenn die Risiken minimiert werden.

„Unbemannt fliegende Systeme spielen zunehmend eine signifikante Rolle in unserer Industrie. Eine neue Dimension der individuellen Mobilität wird vorstellbar, und sie ist sauber und leise. Technologisch sind wir sehr gut aufgestellt – sowohl der Mittelstand als auch die großen Hersteller. Jetzt bedarf es der Umsetzung der beschlossenen EU-Regularien, um das enorme Potenzial dieser auch im globalen Wettbewerb begehrten Zukunftstechnologie des 21. Jahrhunderts ausschöpfen zu können. Nur so kann die deutsche Drohnenindustrie eine Vorreiterrolle spielen“, sagt Volker Thum, Hauptgeschäftsführer des BDLI.

Matthias von Randow, Hauptgeschäftsführer des BDL: „In der Luftfahrt gilt ‚Safety first‘. Deshalb brauchen wir dringend eine sichere Integration von Drohnen in den Luftraum. Die gesetzliche Registrierungspflicht für Drohnen und ihre Eigentümer muss endlich kommen, damit im Schadensfall die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden können. Und wir brauchen eine Technik, die unbemannte Fluggeräte im Luftraum erkennbar macht, damit wir ihnen im Ernstfall schnell und wirkungsvoll begegnen können.“ Die Zahl der Behinderungen des Luftverkehrs durch Drohnen bleibt hoch: 2018 meldeten Piloten 158 Drohnensichtungen, in den ersten 10 Monaten des Jahres 2019 waren es 117.

Die vollständigen Umfrageergebnissen finden Sie hier zum Download.

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